Sprich langsamer, ich verstehe dich nicht
„Sprich langsamer, ich verstehe dich nicht.“ Wenn du diesen Satz häufig hörst, hast du dich vielleicht gefragt, warum dein Geist scheinbar in einem anderen Tempo arbeitet. Zu schnell zu sprechen, wird oft mit Nervosität assoziiert, aber die Ursachen können weitaus komplexer sein.
Die 3 häufigsten Ursachen für schnelles Sprechen
In den meisten Fällen bedeutet dieses Merkmal nicht, dass ein Problem vorliegt, sondern ist das Ergebnis eines oder mehrerer dieser Faktoren:
- Das Gehirn ist schneller als der Mund: Einige Menschen verarbeiten ihre Gedanken sehr schnell. Daher wird schnelles Sprechen zu einem Versuch des Mundes, mit diesen schnelleren Gedanken Schritt zu halten.
- Soziale und kulturelle Prägung: In hohem Maße ist das Tempo, in dem du sprichst, ein erlerntes Verhalten. Wenn du in einem familiären Umfeld aufgewachsen bist, in dem die Gespräche schnell und energetisch waren, hast du mit großer Wahrscheinlichkeit diesen Rhythmus beim Sprechen übernommen.
- Physiologische Aktivierung: Dein Sprechtempo ist mit deinen Emotionen verbunden. Wenn du Begeisterung, Nervosität beim öffentlichen Sprechen, Leidenschaft für ein Thema oder Angst empfindest, wird dein Nervensystem aktiviert und Adrenalin freigesetzt. Dies beschleunigt sowohl deinen Herzschlag als auch dein Sprechen.
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Schnelles Sprechen ist nicht immer nur eine Angewohnheit
Obwohl schnelles Sprechen normal ist, gibt es ein Phänomen namens „dringliche Sprache“. Dies ist ebenfalls schnelles Sprechen, doch es wirkt, als ob es von einem inneren Drang getrieben wird, der schwer zu unterbrechen ist und dazu führt, dass die Worte übereinanderliegen. Darüber hinaus kann es mit einem Sprung von einem Thema zum anderen (Gedankenflucht) einhergehen.
In diesem Fall ist es ein Symptom, das nur ein Fachmann für psychische Gesundheit im Rahmen eines viel umfassenderen Bildes beurteilen kann, da es manchmal mit anderen Zuständen verbunden sein kann. Dennoch weist beschleunigtes Sprechen für sich allein nicht auf ein Problem hin.
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Beobachte dein Sprechmuster
Anstatt voreilige Schlüsse zu ziehen, kannst du zum Beobachter deines eigenen Verhaltens werden. Es geht nicht darum, dich zu verurteilen, sondern dich zu verstehen. Du kannst dir folgende Fragen stellen:
- Wann sprichst du schneller? Ist das ständig oder nur in Momenten von Stress oder Aufregung?
- Was löst es aus? Ist es ein Thema, das dich begeistert, eine Situation, die dich nervös macht, oder ein Moment der Angst?
- Mit wem passiert es? Sprichst du mit deinem Partner, deinen Freunden, deinem Chef oder einem Unbekannten gleich schnell?
Für die überwiegende Mehrheit der Menschen ist schnelles Sprechen ein Spiegelbild eines agilen Geistes oder eines enthusiastischen Temperaments. Das heißt, es ist kein Problem, das behandelt werden muss. Daher ist es so wichtig, dein Sprechmuster zu verstehen, um dich besser kennenzulernen. Der Zweck der Analyse deiner Sprache ist nicht, dass du aufhörst, du selbst zu sein; es geht darum, dass du, wenn du möchtest, dein Tempo in bestimmten Situationen modulieren kannst, damit deine Ideen mit der Klarheit ankommen, die sie verdienen.
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