Nur Eis und ein paar Minuten bewusster Atmung reichen aus, um das System zu aktivieren, das deinen Körper und Geist entspannt. Wie das funktioniert? Hier erfährst du es.
Stress und Angst können an hektischen Tagen auftauchen, an denen du das Gefühl hast, alles überfordert dich und dein Kopf läuft heiß. Du kannst dich nicht konzentrieren und die Gedanken hören nicht auf. In diesen Fällen brauchst du eine schnelle und effektive Möglichkeit, um die Kontrolle zurückzugewinnen. Wir zeigen dir, wie du Angst durch Kälteanwendung auf den Vagusnerv beruhigen kannst.
Rafaela Proaño, eine erfahrene Psychologin, erklärt: „Das Aussetzen des Vagusnervs an Kälte aktiviert die Reaktion des parasympathischen Nervensystems, welches hilft, dich zu entspannen, die Herzfrequenz zu senken, die Atmung zu regulieren und den internen Alarm der Angst abzuschalten. Kälte sendet ein Zeichen zum „Neustart“ an das Nervensystem und erinnert es daran, dass es sicher ist.
Wie beruhigt man die Angst durch Kälteanwendung auf den Vagusnerv?
Hier sind die fünf Schritte, die die Expertin teilt, um die Kältetechnik richtig anzuwenden:
- Eis vorbereiten: Suche eine Eispackung, ein kaltes Tuch oder einen Beutel mit gefrorenem Gemüse oder Obst. Wichtig: Wickele die Packung in ein dünnes Tuch, um die Haut nicht zu reizen.
- Finde den Hinterkopf: Lege das kalte Tuch auf die Stelle, wo der Hals mit dem Hinterkopf verbunden ist. In diesem Bereich verläuft der Vagusnerv, und die Kühlung könnte helfen, die parasympathische Reaktion zu aktivieren.
- Langsam, kontrolliert und tief atmen: Während du die Kälte anwendest, atme 4 Sekunden lang durch die Nase ein, halte die Luft 2 Sekunden an und atme dann langsam durch den Mund zwischen 6 und 8 Sekunden aus. Richtig gemacht verstärkt dies die beruhigende Wirkung der Kälte und hilft, die Angst schneller zu reduzieren.
- Halte die Kälte einige Minuten: Halte das kalte Tuch für etwa 2 Minuten auf der Stelle. Wenn es zu kalt oder unangenehm wird, mache 30-sekündige Pausen und setze dann fort.
- Identifiziere die Effekte auf deinen Körper und Geist: Du wirst merken, dass dein Geist sich zu beruhigen beginnt. Die eindringlichen Gedanken und die Herzfrequenz nehmen ab. Du fühlst mehr Erleichterung und eine deutlichere geistige Klarheit.
Atem und Entspannung sind der Schlüssel
Das Aussetzen des Vagusnervs an Kälte ist ein einfaches und zugängliches Werkzeug, das du verwenden kannst, wenn du Angst empfindest. Denk an diese Technik als eine „Pause“-Taste inmitten des Chaos.
Zusätzlich kannst du dir mit langsamen, diafragmatischen Atemübungen, Achtsamkeit, progressive Muskelentspannung und Dankbarkeitspraxis helfen. Ziehe in Betracht, einen Psychologen zu konsultieren, um Unterstützung und professionelle Anleitung zu erhalten, wenn du häufig mit Angstepisoden kämpfst.
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