Patienten mit chronischen Erkrankungen leiden oft unter einer schlechten psychischen Gesundheit. Angstzustände oder Depressionen sind zwei der am häufigsten auftretenden klinischen Entitäten bei Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD). Welche Auswirkungen haben sie? Wir gehen im Folgenden näher darauf ein.
Der Körper und der Geist gehen Hand in Hand und ihre Symbiose erzeugt Gesundheit und Wohlbefinden, aber auch Krankheit oder Unwohlsein. In diesem Sinne ist bekannt, dass die psychologische Sphäre eine entscheidende Rolle spielt, wenn eine Person an einer chronischen Erkrankung leidet, wie der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD).
Obwohl es ein umstrittenes Thema ist, können die Symptome von Angst sowie Anzeichen von Depression die COPD beeinflussen. Sie scheinen auch die Lebensqualität der Patienten zu beeinträchtigen. Genauer gesagt haben diese klinischen Entitäten das Potenzial, die funktionalen Leistungen dieser Personen zu beeinträchtigen.
„Die psychische Gesundheit kann einen erheblichen Einfluss auf die physische Gesundheit haben und umgekehrt.“
-Nationales Institut für psychische Gesundheit-
Die Schwierigkeiten bei einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung
Die COPD ist eine chronisch die Lunge beeinträchtigende Erkrankung. Andererseits sind Angstzustände und Depressionen unter den häufigsten Begleiterkrankungen mit dieser Diagnose, das heißt, sie treten häufig zusammen auf (Kunik et al., 2005).
Mit dem Fortschreiten der Lungenerkrankung wird sie schwerwiegender. Patienten mit dieser Erkrankung haben große Schwierigkeiten in ihrem täglichen Leben. Hier sprechen wir von „funktionalen Aufgaben“.
So neigen Menschen dazu, eine geringere körperliche Leistungsfähigkeit im Vergleich zu anderen Patienten aufzuweisen (Anegan et al., 2012, Troosters et al., 2010). Beispielsweise gehen sie langsamer, da ihre Atemkapazität sie einschränkt.
„Patienten mit COPD können behindert sein, eine reduzierte Lebensqualität haben und eine erhöhte Sterblichkeit aufweisen.“
-Dr. Bartolomé Celli-
Angst und COPD: Wie sind sie verbunden?
Gemäß einer in der International Journal of Environmental Research and Public Health veröffentlichten Studie, geleitet von Dr. Monira I. Aldahi, wiesen die meisten Patienten mit Lungenerkrankungen klinisch signifikante Angstsymptome auf. Ebenso kristallisiert sich der Einfluss der Angst bei dieser Erkrankung in weniger körperlicher Betätigung.
Wie wir später sehen werden, könnte dies auch ein Faktor sein, der die depressiven Symptome verstärkt. Eine der Schlussfolgerungen der Studie ist, dass eine Zunahme von Angst und Depression, kombiniert mit einer schlechten körperlichen Verfassung, synergetisch wirkt und bei diesen Personen zu schwachen funktionalen Leistungen führt.
Darüber hinaus hat Angst das Potenzial, bestimmte Symptome hervorzurufen, die die COPD verschlimmern. Beispielsweise Hyperventilation. Dieses Symptom führt dazu, dass der Patient an Atemnot leidet, was wiederum die Fähigkeit zur körperlichen Leistungsfähigkeit verringert. Daher üben sie keine körperliche Betätigung aus, und ihre Lebensqualität nimmt ab.
Depression und COPD: Wie sind sie verbunden?
Depression hat ebenfalls das Potenzial, die Schwere der Symptome der Lungenerkrankung zu verschärfen. Gleichzeitig gibt es aufgrund des Mangels an Bewegung eine Reduktion der Aktivitätsniveaus. Dies führt dazu, dass die Patienten von ihren Angehörigen isoliert werden, was mit Depressionen in Verbindung steht (Bourbeau et al., 2009).
Die Forscher sind sich über die Ursachen der Entwicklung der psychischen Gesundheit dieser Patienten noch nicht einig. Eine von BMJ Journals veröffentlichte Studie legt nahe, dass die Verschlechterung der Lebensqualität, sowie soziale Isolation und sinkende wirtschaftliche Einkünfte, beeinflussende Faktoren bei der Entstehung von Angst und Depression im Rahmen der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung sein könnten (Vanmanen et al., 2002).
Die Identifizierung der Elemente, die die Symptome der Lungenerkrankung intensivieren, ist entscheidend. In diesem Sinne ist es wichtig, weiterhin zu erforschen, wie depressive Symptome sowie Angst die Erkrankung beeinflussen.
Das Ziel ist klar und besteht darin, spezifische Interventionen zu schaffen, die einerseits das Auftreten der Symptome verhindern und andererseits wirksam auf diese intervenieren, sobald sie aufgetreten sind. Auf diese Weise könnte eine Verbesserung der funktionalen Leistungen dieser Personen erreicht werden.
„Patienten mit COPD, die hohe Angst- und Depressionsniveaus aufweisen, zeigen geringere funktionale Leistungen und eine schlechtere gesundheitsbezogene Lebensqualität als Patienten ohne Angst.“
-Monira I. Aldhahi-
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