Es ist möglich, jedes schwierige Konzept zu meistern, wenn man versucht, es einem Anfänger zu erklären. Wir zeigen dir, wie die Feynman-Methode funktioniert, um dein Lernen zu vereinfachen.
Hast du schon einmal stundenlang gelernt, um am nächsten Tag nichts mehr zu erinnern? Die Methode von Richard Feynman, Nobelpreisträger für Physik, schlägt vor, dass wahres Verstehen bedeutet, ein Thema einfach erklären zu können. Anders gesagt: Wenn du es einem Anfänger nicht erklären kannst, hast du es noch nicht vollständig verstanden.
Mit diesem Ziel vor Augen hilft diese Lerntechnik, von leerem Auswendiglernen zu tiefem Wissen überzugehen. Wenn du versuchst, das, was du lernst, zu lehren, erkennst du, wo deine Zweifel liegen und welche Teile des Themas du noch nicht beherrschst, was dir Zeit spart und dein Wissen verbessert. Folge diesen Schritten, um es praktisch umzusetzen.
1. Wähle ein begrenztes Konzept
Der erste Fehler beim Lernen ist, zu versuchen, ein ganzes Fach auf einmal zu erfassen. Dies erschwert den Vereinfachungsprozess, den diese Lerntechnik vorschlägt. Damit die Methode wirksam ist, musst du mit kleinen, handhabbaren Informationseinheiten arbeiten.
Wähle ein spezifisches Konzept aus, wie das Gesetz der Trägheit oder die Funktionsweise einer Nervenzelle. Wenn das Thema zu umfangreich ist, teile es in einfachere Teile auf, bevor du beginnst. Konzentriere dich dann auf ein Ziel und definiere, welche Idee du mit dieser Übung meistern möchtest.
2. Erkläre es, als wärst du ein Lehrer
Stell dir vor, du hast einen 12-jährigen Jungen oder jemand, der nichts über das Thema weiß, vor dir. Schreibe deine Erklärung auf ein Blatt Papier in einfacher und direkter Sprache. Dieser Schritt ist entscheidend, um dich zu zwingen, die Informationen zu verarbeiten.
Vermeide Fachbegriffe; wenn du schwierige Worte benutzt, um etwas zu erklären, könnte es sein, dass du eine mangelnde Verständnis versteckst. Wähle lieber kurze Sätze, um die Ideen logisch in deinem Kopf zu organisieren.
Schreibe, wenn möglich, von Hand, da dies hilft, die Konzepte besser zu verankern und Ablenkungen durch das Handy zu reduzieren.
3. Finde die Lücken und gehe zur Quelle zurück
Während du deine Erklärung verfasst, werdest du feststellen, dass du an bestimmten Stellen feststeckst oder komplexe Begriffe wiederholen musst. Das sind deine Wissenslücken. Anstatt sie zu ignorieren, ist es jetzt an der Zeit, nach der Klarheit zu suchen, die dir fehlt.
Markiere die Teile, wo dein Redefluss kreisförmig oder unklar wird, und lies diesen Abschnitt des Studienmaterials erneut, bis du die Logik verstehst. Nachdem du es verstanden hast, versuche, die Lücke in deiner Erklärung mit deinen eigenen Worten zu füllen, ohne den Text aus dem Buch zu kopieren.
4. Verfeinere und benutze Analogien
Sobald die Erklärung flüssig ist, besteht der letzte Schritt darin, sie weiter zu vereinfachen und mit etwas zu verbinden, das du bereits kennst. Analogien sind großartige Gedächtnishilfen, die Brücken zwischen neuen Informationen und deinem fest verankerten Wissen bauen.
Um nützlicher zu sein, suche nach alltäglichen Vergleichen; zum Beispiel den Fluss von Elektrizität mit dem Fluss von Wasser durch ein Rohr zu vergleichen. Wenn deine Erklärung natürlich und leicht verständlich klingt, hast du die Meisterschaft über dieses Konzept erreicht.
Fehler, die du bei der Anwendung der Methode vermeiden solltest
Selbst eine so einfache Technik kann scheitern, wenn du bestimmte Lerngewohnheiten nicht beachtest. Dies sind die häufigsten Fehler:
- Zu viel auf einmal abdecken: Du verlierst den Fokus, wenn du versuchst, ein ganzes Kapitel auf einmal zu erklären.
- Die Überprüfung auslassen: Es reicht nicht aus, es nur zu schreiben; du musst sicherstellen, dass die Logik deines Denkens fehlerfrei und leicht nachzuvollziehen ist.
- Keine Beispiele überprüfen: Eine abstrakte Idee ohne praktische Anwendung ist oft ein Zeichen dafür, dass dein Wissen oberflächlich ist und du es überarbeiten musst.
Obwohl die Feynman-Methode sehr nützlich ist, um Wissen zu konsolidieren und die Analysefähigkeiten zu verbessern, ersetzt sie nicht die Praxis in allen Fächern. Das heißt, in bestimmten Disziplinen wie Mathematik, Chemie, Programmierung oder Sprachen muss das Verständnis des „Warum“ immer mit der Lösung von Problemen und konstantem Praktizieren einhergehen. Kurz gesagt, diese Technik bietet eine Grundlage, aber vollständige Kompetenz erfordert auch aktives Üben.
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