Die Angst vor dem Tod ist immer in gewissem Maße präsent, da der Mensch instinktiv auf das Überleben drängt. Im Folgenden werden die Hauptgründe besprochen, warum diese Angst auftritt.
Die Angst vor dem Tod ist eine gewöhnliche und natürliche Reaktion auf das Bewusstsein, dass das Leben, das alles ist, was wir wissen, irgendwo endet. Diese Angst kann manchmal so intensiv sein, dass sie die Lebensqualität und die Fähigkeit, normal zu funktionieren, erheblich beeinträchtigt.
Wenn die Angst vor dem Sterben so stark ausgeprägt ist, dass sie den Alltag stört, ist es ratsam, die Hilfe eines Fachmanns für psychische Gesundheit in Anspruch zu nehmen. In allen anderen Fällen gilt man als im Normbereich. In jedem Fall stellt sich die Frage: Warum ist diese Angst so weit verbreitet? Finden wir es im Folgenden heraus.
Gründe, warum die Angst vor dem Tod auftritt
Laut einer Studie, die in Frontiers in Psychology veröffentlicht wurde, betrachtet der Mensch den Tod als eine fundamentale Realität des Lebens, während die Angst aus der Unsicherheit über das Leben nach dem Tod oder über die Ereignisse, die nach dem Tod eintreten können, entsteht. Dies ist eine Angst, die als Thanatophobie bezeichnet wird. Sie beschränkt sich nicht nur auf den Tod selbst, sondern auch auf den Prozess, der damit verbunden ist (Sinof, 2017).
Warum tritt diese Angst auf? Hier sind die grundlegendsten Gründe, die die Angst vor dem Sterben auslösen.
1. Angst vor dem Unbekannten
Die häufigste Ursache für die Angst vor dem Sterben ist die Unkenntnis darüber, was nach dem irdischen Leben geschieht. Bei einigen Personen kann diese Unsicherheit Besorgnis und Angst erzeugen. Sie haben Angst vor einer neuen Erfahrung und wissen nicht, ob sie diese erfolgreich meistern können.
Die Angst vor dem Unbekannten ist eine instinktive und natürliche Reaktion, die auf unsere primitiven Vorfahren zurückgeht. Früher, als das Überleben von der Fähigkeit abhing, potenzielle Gefahren vorherzusehen und zu vermeiden, waren Unsicherheiten und Unbekanntes besonders bedrohlich. Daher entwickelte sich das Gehirn, um vorsichtiger zu sein und sich dem Unbekannten zu widersetzen.
Zudem können vergangene Erfahrungen eine Rolle in dieser Angst spielen. Wenn jemand negative Erfahrungen mit neuen Situationen gemacht hat, kann er bei ähnlichen Umständen in der Zukunft größere Angst empfinden.
2. Verlust der Kontrolle
Das Gefühl, die Kontrolle über das Leben zu verlieren, stellt einen weiteren Faktor für die Angst vor dem Tod dar. Tatsächlich ist der Tod etwas, das nicht vermieden werden kann und jederzeit eintreten kann. Daher ist der Einfluss des Willens in dieser Situation sehr eingeschränkt.
Kontrolle ist ein grundlegendes menschliches Bedürfnis, da sie hilft, sich in der Welt zurechtzufinden und Entscheidungen zu treffen, die uns nützen. Ein Mangel an Kontrolle führt zu Ohnmacht und einem Mangel an Abwehr gegenüber Situationen, die bedrohlich erscheinen. Dies erzeugt oft Stress und Angst.
3. Sorge um das Schicksal der Angehörigen
Der Tod löst manchmal Angst aus, da man sich um die Auswirkungen des eigenen Todes auf das Umfeld sorgt. Dies hat objektive Gründe. Wenn beispielsweise eine Mutter oder ein Vater von kleinen Kindern Angst hat, was mit ihnen passieren wird, wenn sie sterben.
Diese Angst hat auch mit dem Wunsch zu tun, seinen Angehörigen keinen Schaden zuzufügen. Ebenso kann die Angst mit Verlust oder Verlassenheit verbunden sein, auch wenn dies unbewusst erlebt wird. Wenn jemand das Gefühl hat, dass er einen geliebten Menschen verletzen könnte, kann sich die Angst entwickeln, dass diese Person sich entscheidet, zu gehen oder die emotionale Verbindung zu brechen.
4. Leiden und Qualen
Menschen haben Angst vor körperlichem Leiden, weil es eine unangenehme und oft unkontrollierbare Erfahrung ist. Aus diesem Grund stellt der Gedanke, schmerzhaft oder angstvoll zu sterben, eine Quelle von Angst und Sorge dar, so eine Studie, veröffentlicht in Frontiers in Medicine.
In einigen Fällen erleben Menschen große Schmerzen vor ihrem Tod, was verständlicherweise Ängste bei denen hervorruft, die an ihren eigenen Tod denken.
Die meisten Menschen wünschen sich einen friedlichen Tod, aber da dies unmöglich vorherzusagen ist, ist es verständlich, dass eine latente Angst besteht, dass dieses Verlangen nicht erfüllt wird und stattdessen große körperliche Schmerzen erlebt werden. Es ist normal, eine gewisse Angst in Bezug auf die Möglichkeit, dass dies geschieht, zu empfinden.
5. Die Idee des Nichts oder des “Jenseits”
Einige Menschen haben Angst zu sterben, weil sie diese Erfahrung mit der Idee verbinden, dass der Tod das Ende von allem ist, was im Leben erreicht wurde und dass es danach nichts geben wird. Die Sorge, in das absolute Nichts zu fallen, erzeugt Angst, da dies das vollständige Fehlen von Existenz, Gedanken, Emotionen und Bewusstsein impliziert. Es ist nicht leicht, sich diese Idee vorzustellen oder sie zu akzeptieren.
Ebenso können Gläubige eine beängstigende Vorstellung vom Jenseits haben, wie in Omega: Journal of Death and Dying diskutiert. In vielen Religionen wird die Idee geäußert, dass nach dem Tod eine Beurteilung der während des Lebens getätigten Handlungen erfolgt. Daher könnte eine Angst bestehen, “verdammt” zu werden oder im “Jenseits” Qualen durchzuleben.
Kann man die Angst vor dem Tod mildern?
Man wird die Angst vor dem Tod nie ganz los. Dennoch kann diese Angst durch einen persönlichen Prozess rationalisiert werden, der Zeit und Reflexion erfordert.
Über den Tod nachzudenken, im Hier und Jetzt zu leben, über Ängste zu sprechen, professionelle Hilfe zu suchen und Achtsamkeit zu praktizieren, sind Strategien, die helfen, Ängste zu überwinden und ein erfülltes Leben zu führen.
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