Die Angst flüstert oft durch Zeichen und Verhaltensweisen, die wir gewöhnlich ignorieren. Lerne, sie frühzeitig zu erkennen, um sie besser zu bewältigen.
Wenn du an Angst denkst, kommt dir oft das Bild einer Panikattacke in den Sinn. Doch in vielen Fällen zeigt sich Angst als Hintergrundgeräusch oder als Alarmzustand, der deinen Körper und deinen Geist erschöpft, ohne dass du die Ursache identifizierst.
Die Anerkennung und das Verständnis ihrer frühen Zeichen ermöglichen es dir, rechtzeitig zu handeln. Der Weg kann damit beginnen, Formen der Selbstpflege zu suchen oder, falls nötig, Unterstützung von einem Fachmann in Anspruch zu nehmen. Tatsächlich ist die Therapie ein wesentlicher Bestandteil, um sich wohlzufühlen, und aus diesem Grund beinhalten viele Krankenversicherungen die Abdeckung psychischer Gesundheit als einen weiteren Pfeiler der umfassenden Versorgung. Hier sind die Punkte, auf die du achten solltest.
Die physischen Zeichen der Angst
Oft ist dein Körper der erste, der Alarm schlägt. Angst aktiviert eine „Kampf“- oder „Flucht“-Reaktion, und diese Anspannung zeigt sich im Körper. Folgende Symptome können auftreten:
- Muskuläre Anspannung: Zum Beispiel, wenn du beim Arbeiten die Kiefer zusammenbeißt oder Verspannungen in den Schultern und im Nacken spürst. Auch Kopfschmerzen können auftreten.
- Atemprobleme: Schwindel oder ein Gefühl der Benommenheit sowie Atemnot gehören zu den häufigsten Symptomen. Die Herzschläge können sich beschleunigen und unregelmäßiger oder auffälliger werden.
- Wiederkehrende Verdauungsprobleme: Die Verbindung zwischen Gehirn und Darm ist direkt. Angst kann deine Verdauung stören, sich in Form von Magenschmerzen oder Übelkeit äußern, und sogar den Appetit vermindern.
- Unerklärliche Müdigkeit: In einem Zustand hypervigilanz zu sein, ist ermüdend. Wenn du dich ständig müde fühlst, selbst nach ausreichendem Schlaf, oder Schwierigkeiten hast, einzuschlafen, kann dies das Ergebnis eines Nervensystems sein, das sich nie vollständig entspannt.
Die mentalen Symptome
Angst lebt im Bereich der Gedanken, insbesondere in den auf die Zukunft gerichteten.
- Übermäßige Sorge um die Vergangenheit oder Zukunft: Es gibt eine Neigung, an hypothetischen Szenarien oder bereits aufgetretenen negativen Situationen zu denken.
- Ständige Unentschlossenheit: Die Angst, die falsche Entscheidung zu treffen, kann dich lähmen. Die Angst lässt dich an allem zweifeln, von den wichtigsten Entscheidungen bis hin zu trivialen Dingen.
- Schwierigkeiten beim Konzentrieren: Wenn ein Teil deines Geistes ständig über mögliche Gefahren nachdenkt, bleiben nur wenige Ressourcen, um dich auf die Aufgabe vor dir zu konzentrieren. Deshalb wird jede Arbeit schwieriger.
Verhaltensänderungen
Auch dein Verhalten kann sich ändern, um das Gefühl der Angst zu bewältigen oder zu vermeiden.
- Prokrastination und Vermeidung: Oft kannst du Aufgaben aufschieben oder Situationen meiden, weil sie dich überfordern. Das ist eine Möglichkeit, der Unbehaglichkeit zu entkommen, die du fühlst.
- Reizbarkeit: Es kann sein, dass du übertrieben auf kleine Rückschläge reagierst. Vielleicht schimpfst du auf Freunde oder Familie wegen unbedeutender Dinge.
- Bedürfnis nach Bestätigung: Es ist üblich, dass Angst viele Zweifel erzeugt. Diese Ungewissheit kann dich dazu bringen, andere zu fragen, ob alles in Ordnung ist, um eine Bestätigung zu suchen, die das innere Geräusch beruhigt.
Was tun, wenn du dich in diesen Zeichen erkennst?
Wenn du dich mit mehreren dieser Symptome identifizieren kannst, halte einen Moment inne, um zu bewerten, was mit dir passiert. Validiere, was du fühlst, ohne dich zu verurteilen, denn es ist kein Defekt. Tatsächlich ist es eine Reaktion deines Körpers und Geistes auf einen Zustand der Überlastung.
Es kann hilfreich sein, Selbstpflegepraktiken zu folgen, wie Atemübungen, Yoga oder Meditation zu praktizieren oder die Schlafqualität zu verbessern und mit einem Familienmitglied oder Freund zu darüber zu sprechen. Doch wie bereits erwähnt, ist der mutigste und nachhaltigste Schritt, professionelle Unterstützung zu suchen. Hilfe von einem Psychologen zu bitten, indem du an einer Therapie teilnimmst, ist kein Zeichen von Schwäche, sondern der erste Schritt, um dein Wohlbefinden wiederherzustellen und zu verhindern, dass sich die Angst verschlimmert.
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